3 empfehlenswerte Aktivitäten in und um Chiang Mai

Während meines einwöchigen Aufenthaltes in Chiang Mai, der zweitgrößten Stadt Thailands, habe ich nicht nur sehr gut und günstig vegan gegessen und verschiedenste Yogastunden besucht, sondern auch ein paar Ganztagesausflüge- bzw. aktivitäten gemacht. Da ich alle, auch aus veganer Sicht, gerne weiterempfehlen möchte, stelle ich sie dir in diesem Artikel vor.

1. 1-Tages Meditationskurs an der MCU Buddhist University

Am meisten beeindruckt und inspiriert haben mich weder die fantastische Natur noch die Elefanten Thailands, sondern eine eintägige Einführung in den Buddhismus und das Meditieren an der MCU Buddhist University in Chiang Mai. Der Mönch KK bietet jeden Freitag ab 9:30 Uhr einen eintägigen Meditationskurs an. Dabei gibt es zunächst eine kurze Einführung in die Grundlagen des Buddhismus und der Meditation, bevor die erste Meditationsübung startet.

In der Mittagspause kann man in dem auf dem Gelände liegenden rein vegetarischen Restaurant PunPun lecker vegan essen. Die Preise sind recht günstig und das Essen hat allen geschmeckt. Ich hatte ein gut gewürztes Massaman Curry. Lediglich auf unsere Getränke mussten wir lange warten.

Massamam Curry im Restaurant PunPun

Nach der Mittagspause führte uns KK über das Tempel- und Universitätsgelände. Später haben wir eine Walking Meditation und eine Dynamic Meditation geübt, bei der es hauptsächlich darum ging, achtsam zu sein und sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Anschließend haben wir nochmal eine längere Meditation mit Konzentration auf den Atem geübt, bevor wir KK all unsere Fragen zum Thema Buddhismus stellen durften. Nachmittags gab es eine Pause mit Getränken und veganen (!) Keksen.

Mönch KK führt uns über das Universitäts- und Tempelgelände

Der Tag ist anstregend, weil man viel lernt und das Meditieren (zumindest für Ungeübte) auch viel Energie kostet. Dank KK’s offener und lustiger Art verging die Zeit jedoch wie im Flug. Selten fand ich einen Menschen so sympathisch und inspirierend wie KK.

Ich habe in diesem Kurs viel über den Buddhismus gelernt und Anregungen für meine eigene Meditationspraxis bekommen. Ich bin jetzt jedenfalls sehr motiviert, in Zukunft regelmäßig, am besten täglich, zu meditieren. Während meiner Reise hat das schon ganz gut geklappt, mal sehen, wie es im Alltag für mich funktionieren wird.

Tempel bei Sonnenuntergang

Der 1-Tages Meditationskurs ist übrigens kostenlos. KK hat den Kurs jedoch nicht nur ins Leben gerufen, um sein Wissen mit Menschen aus der ganzen Welt zu teilen, sondern auch um Spenden für ein Waisenhaus in Chiang Mai zu sammeln, da er selbst früh seine Eltern verloren hat und die Situation für Waisen in Thailand wirklich schwierig zu sein scheint. Ich habe am Ende dieses wundervollen Tages gerne etwas gespendet.

2. Ausflug in den Doi Inthanon Nationalpark mit Wonderful Eco Tours

Ich wollte gerne einen Ausflug in den Doi Inthanon Nationalpark und zum höchsten Berg Thailands machen, um die Natur im Norden Thailands zu entdecken. Leider ist es gar nicht so einfach, einen Touranbieter zu finden, der nicht auf jeder Tour Elefantenfüttern oder gar Elefantenreiten mit im Programm hat. Ich wollte in Thailand zwar auch Elefanten sehen, dabei war es mir aber wichtig, dass es den Elefanten gut geht und sie nicht nur für touristische Zwecke ausgebeutet werden (siehe Punkt 3).

Der Touranbieter Wonderful Eco Tours bietet ein- und mehrtägige geführte Touren an. Bei machen Touren ist auch Elefantenreiten mit im Programm, nicht aber bei den beiden eintägigen Touren in den Doi Inthanon Nationalpark. Da mir vorab bestätigt wurde, dass auch ein vegetarisches Mittagessen angeboten wird, habe ich mich für diesen Touranbieter entscheiden.

Wachirathan Wasserfall

Die beiden 1-Tages-Touren in den Nationalpark unterscheiden sich nur durch die etwa 2-stündige Wanderung am Vormittag. Ich hatte eigentlich die Tour mit der Wanderung auf dem höher gelegenen Kew Mae Pan Nature Trail gebucht. Unser Guide riet unserer Gruppe allerdings dazu, die andere Wanderung zu machen, da die Sichtverhältnisse auf dem höher gelegenen Trail an diesem Tag bedingt durch Nebel ziemlich schlecht waren. Wir haben dem Rat unseres Guides befolgt und waren auf dem Phadok Siew Nature Trail unterwegs, der durch Wald entlang eines Flusses und vieler Wasserfälle führt. Der Weg war sehr beeindruckend, man sollte allerdings schon etwas Kondition und Trittsicherheit mitbringen, da es viel bergauf/bergab geht und der Weg nicht immer einfach ist.

Wanderung entlang des Flusses

Auf der Wanderung konnten wir mehrere Wasserfälle bestaunen

Mittags haben wir bei einem Hill Tribe (Bergvolk) Kaffee probiert und Mittag gegessen. Gleich zu Beginn unserer Tour fragte unser Guide, ob es in der Gruppe Vegetarier gibt, woraufhin ich meine Essenswünsche mitteilen konnte. Diese wurden auch problemlos weitergegeben und umgesetzt. Es gab eine Kokossuppe mit Tofu und Gemüse sowie gebratenes Gemüse und Tofu mit Reis und zum Dessert frisches Obst.

Mittagessen

Insgesamt war ich mit den Guides, der Organisation, dem Ablauf und dem Essen sehr zufrieden, sodass ich dir diese Tour gerne weiterempfehlen kann. Das Preis-Leistungsverhältnis war sehr gut (1300 BHT = ca. 33 € inkl. Mittagessen). Im Bergdorf und bei einem Halt an einem sehr touristischen Obst- und Gemüsemarkt auf dem Rückweg hat unser Guide uns war die Möglichkeit gegeben, etwas zu kaufen, es wurde aber niemand gedrängt. Und im Bergdorf kann man wirklich schöne handgewebte Baumwolltücher/Decken und andere Dinge kaufen. Nur den Stopp auf dem Obst- und Gemüsemarkt hätten wir uns wirklich sparen können.

Pagode

3. Besuch des Elefant Nature Park

Lange hatte ich vor meiner Reise mit mir gehadert, ob ich in Thailand wirklich einen Elefantenpark besuchen sollte. Ich wollte keinesfalls einen Park besuchen, dessen Hauptzweck es ist, Touristen zu bespaßen. Das Reiten von Elefanten war natürlich überhaupt keine Option – das ist Tierquälerei. Kein Elefant lässt das freiwillig mit sich machen.

Befreundete Elefanten beim Schlammbad

Nach längerer Internetrecherche hatte ich mich schließlich dafür entschieden, den Elefant Nature Park nördlich von Chiang Mai zu besuchen. Der Park bietet einen Tagesausflug ab Chiang Mai an, man wird morgens an seiner Unterkunft abgeholt und nachmittags auch wieder zurückgebracht.

Ich darf einen 80-jährigen Elefanten streicheln

Ich bin froh, dass ich diesen Ausflug gemacht habe. Noch auf der Hinfahrt plagten mich Zweifel, ob es sich hierbei nicht doch nur um eine große Touri-Attraktion handelt. Vor Ort haben sich meine Bedenken aber in Luft aufgelöst. Natürlich ist der Park eine Attraktion für Touristen – jeden Tag können einige Gruppen den Park besuchen und mit den Tieren in Kontakt kommen. Die Einnahmen der Tagesbesucher sind aber notwendig, um das finanzielle Überleben des Parks zu sichern. 76 Elefanten und all die anderen Tiere, die im Park ein neues Zuhause gefunden haben, brauchen Futter, medizinische Versorgung und Personal, dass sich um sie kümmert. Die Elefanten alleine verdrücken jeden Tag rund 6 Tonnen Futter. Jeder Elefant hat seinen eigenen Mahout, der sich den ganzen Tag um ihn kümmert. Allein von Spendengeldern kann sich der Park sicher nicht finanzieren.

Wasserbüffel

Doch woher kommen die Elefanten im Park überhaupt? Die Standartgeschichte der thailändischen Elefanten sieht (nach Aussage unseres Guides) so aus, dass ein junger Elefant in seinen ersten Lebensjahren als Showelefant arbeiten musste. Danach folgte evtl. ein Einsatz bei der Waldarbeit oder als Lastentier. Der Einsatz von Elefanten zu solch schwerer Arbeit wurde in Thailand jedoch inzwischen verboten. Die Elefantenbesitzer mussten also eine neue Einsatzmöglichkeit für ihre Tiere finden – beispielsweise das Elefantenreiten für Touristen.

Elefant Nature Park

Wenn die Elefanten zu alt sind, um sie zum Reiten einzusetzen, oder wenn sie verletzt sind und es deshalb keine gewinnbringende Einsatzmöglichkeit mehr für sie gibt, haben sie vielleicht Glück und können ihr restliches Leben im Elefant Nature Park verbringen. Auch ein junger Waisenelefant lebt im Park, und einige Elefanten, die in Myanmar von Landminen verletzt worden sind. Dort ist der Einsatz von Arbeitselefanten noch erlaubt.

Elefanten am Schlammloch

Die Elefanten können sich um Park relativ frei bewegen. Sie werden jedoch immer von einem Mahout begleitet, der ihnen gelegentlich sagt, wo sie sich hinbewegen sollen. Der Platz im Park ist begrenzt und die Kapazität ist laut unserem Guide inzwischen erschöpft. Manche Elefanten verstehen sich nicht und sollen sich deshalb nicht begegnen. Es ist wichtig, dass die Elefanten auf ihre Mahouts hören, damit beispielsweise medizinische Untersuchungen und Behandlungen an den Elefanten vorgenommen werden können.

Elefanten beim Fressen

Weiterhin haben die Elefanten täglich Kontakt zu einer großen Zahl von Touristen, die den Park besuchen. Dabei solltest du bedenken, dass die Elefanten den Kontakt zu Menschen ihr Leben lang gewöhnt sind. Wenn ein Elefant keinen Kontakt zu den Touristen wollte, beispielsweise keine Lust auf Streicheleinheiten hatte, konnte er weggehen.

2-jähriges Elefantenbaby

Die Elefanten im Park haben sicher kein freies Leben, sie wären zu einem Leben in der Wildnis aber auch gar nicht mehr in der Lage. Viele sind blind, verletzt und kennen nur das Leben in Gefangenschaft. Zudem gibt es in Thailand nicht genügend geschützte Waldgebiete, in denen die Elefanten leben könnten. Aus diesem Grund ist ein Park, wie der Elefant Nature Park, wohl die beste Alternative für diese Elefanten.

Elefant am Schlammloch

Ich hatte den Eindruck, dass man sich im Elefant Nature Park liebevoll um die Elefanten kümmert und das Wohl der Tiere an erster Stelle steht.  Aus diesem Grund kann ich dir einen Besuch dort empfehlen. Deinen Besuch im Park solltest du möglichst früh buchen, weil die Plätze begrenzt und schnell ausgebucht sind. Mittags gibt es überdies ein sehr umfangreiches, leckeres veganes Buffet.

Essen vom Salatbuffet

Essen vom warmen Buffet

Bananen in Kokosmilch

Warst du schon mal in Chiang Mai und kannst weitere Ausflüge oder Aktivitäten empfehlen? Dann hinterlasse gerne einen Kommentar unter diesem Artikel.

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