Vegan in Israel – eine Einführung

Israel vegan

Vor Kurzem war ich eine Woche lang in Israel, dem vermutlich veganfreundlichsten Land der Welt. Israel ist nur ein kleines Land, aber es gibt es unheimlich viel zu entdecken. Moderne Städte, religiöse und historische Orte, spannende Landschaften sowie leckeres Essen machen Israel zu einem interessanten Reiseziel. Ich habe Tel Aviv, Jerusalem und Betlehem besucht. Zudem habe ich mir einen großen Wunsch erfüllt und war im Toten Meer baden. Ein unvergleichliches Erlebnis!

Jerusalem - Felsendom

In meinen Reiseberichten zu Israel werde ich mich hauptsächlich auf meine Erfahrungen mit veganem Essen in Tel Aviv und Jerusalem, den beiden größten Städten in Israel, beziehen. Evtl. weichen die veganen Möglichkeiten in anderen Städten und insbesondere in ländlichen Gebieten von meinen Erfahrungen in den Großstädten ab.

Tel Aviv

 

Was erwartet dich als Veganer/in in Israel?

In fast jedem Café wirst du vegane Milchalternativen bekommen, auch wenn diese nicht explizit auf der Karte stehen. Neben Sojamilch gibt es oft auch Mandel- oder Hafermilch, einfach mal nachfragen. Manchmal kosten die veganen Milchalternativen allerdings einen Aufschlag (ca. 2 Schekel/ 0,50 €).

An einigen Restaurants, Cafés, Eisdielen o.ä. wirst du einen Vegan Friendly-Aufkleber finden, der dich auf den ersten Blick auf vegane Angebote hinweist. So habe ich z.B. in Jerusalem zufällig einen veganen Eisladen gefunden.

Vegan-Friendly

Aber an fast jedem Ort wirst du vegane Alternativen finden, auch wenn diese nicht unbedingt auf der Karte gekennzeichnet sind. Vegan ist den meisten Israelis ein Begriff, sodass du auch gezielt nach veganen Speisen fragen kannst.

Selbst bei einem Ausflug zur Festung Masada in der Nähe des Toten Meeres habe ich im dortigen Ausflugsrestaurant keine Probleme gehabt, am Buffet genug vegane Speisen zu finden (hauptsächlich diverse Salate, Hummus und Pitabrot).

Masada

Koschere Restaurants

Die jüdischen Speisegesetze schreiben unter anderem vor, dass man „ein Zicklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen“ darf. Daraus folgt für die meisten Juden, dass milchige und fleischige Speisen nicht gleichzeitig verzehrt werden dürfen. Koschere Restaurants bieten daher entweder Fleisch, aber keine Milchprodukte an, oder Milchprodukte, aber kein Fleisch. Wo kein Fleisch angeboten wird, gibt es oft Fisch. Fisch, Eier und Honig sind neutrale Lebensmittel („parve“).

Koschere Restaurants erleichtern die Suche nach veganem Essen. Vegetarische Gerichte in „fleischigen“ Restaurants sind immer milchfrei, sie können höchstens Eier oder Honig enthalten. „Milchige“ Restaurants sind manchmal rein vegetarisch, sodass du dort mit hoher Wahrscheinlichkeit auch einige vegane Gerichte auf der Karte finden wirst.

Koschere Restaurants erhalten ein Zertifikat, das meistens neben der Eingangstür aufgehangen wird. Nicht alle Restaurants in Israel sind koscher, aber natürlich gibt es auch vegane Gericht in nicht koscheren Restaurants.

Typische vegane Gerichte

Im folgenden stelle ich dir ein paar Gerichte vor, die normalerweise vegan sind und die du überall in Israel finden wirst.

Pitabrot

Pitabrot ist natürlich kein eigenständiges Gericht, es wird aber z.B. zu Hummus serviert und ist „Behälter“ für Streetfood wie Falafel oder Sabich. Das typische israelische Pitabrot besteht nur aus Mehl (manchmal Vollkorn), Hefe, Wasser, Salz und Öl und ist daher immer vegan.

Pitabrot gibt es manchmal auch mit Belag, z.B. mit Zaatar, einer Gewürzmischung mit wildem Thymian. Pita mit Belag kann vegan sein, hier solltest du aber im Zweifelsfall nachfragen.

Jerusalem - Pitabrot mit Zataar

Hummus

Hummus ist für mich DAS typisch israelische Gericht. Es besteht aus pürierten Kichererbsen, Sesammus (Tahina), Olivenöl, Zitronensaft, Salz und evtl. weiteren Gewürzen. In Israel wird zu Hummus eingelegtes Gemüse wie z.B. Gurken und Oliven serviert und natürlich frisches Pitabrot. Meist gibt es auch noch frische Zwiebeln und/oder eine scharfe Soße dazu.

In Israel gibt es jede Menge Hummus-Restaurants. Meistens handelt es sich dabei um einfache, kleine Lokale in denen Hummus mit verschiedenen Toppings und Beilagen serviert wird.

Hummus mit diversen Toppings, Falafeln, eingelegtem Gemüse und Pitabrot

Falafel

Falafel sind ebenfalls ein Klassiker der israelischen Küche. Die frittierten Kichererbsenbällchen werden in der Regel mit Salat und Tahina (Sesamsoße) in einem Pitabrot angeboten, sie sind aber auch eine gängige Beilage zu Hummus. Falafel sind in der Regel vegan.

Sabich

Sabich ist ein Pitabrot gefüllt mit frittierten Auberginenscheiben, Salat, Tahina, Ei und gekochten Kartoffeln. Wenn du Sabich ohne Ei bestellst, ist es vegan und eine leckere Alternative zu Falafeln.

Sonstiges

In Israel findet du an jeder Ecke Saftläden oder -stände, an denen du frisch gepresste Säfte kaufen kannst. Typische Saftsorten sind Orangen, Grapefruit oder Granatapfel. Auf den Märkten kannst du zudem israelische Medjool-Datteln in hervoragender Qualität, sowie super frisches Obst und Gemüse kaufen.

Grapefruitsaft

Halva ist eine weitere israelische Spezialität, die oft vegan ist. Halva ist eine Süßspeise aus Sesammus und Zucker. Sie kann aber beispielsweise auch Honig enthalten, deshalb besser immer nochmal nachfragen.

Preisniveau

Im Allgemeinen fand ich die Preise für Essen und Getränke in Israel recht hoch, in jedem Fall höher als in Deutschland (das gilt nicht nur für veganes Essen). Für einen Imbiss auf die Hand, wie z.B. Falafel oder Sabich, musst du mit 4 bis 6 Euro rechnen. Eine Portion Hummus mit Pitabrot ohne besondere Beilagen gibt es ab ca. 6 Euro. Gerichte in Restaurants gibt es fast nie für unter 10 Euro, die durchschnittlichen Preisen bewegen sich eher bei 13-15 Euro für ein Hauptgericht. Ein frischer Saft im Restaurant kann bis zu 5 Euro kosten, auch Desserts schlagen mit bis zu 10 Euro zu Buche. Für ein reichhaltiges Frühstück habe ich in Cafés/Restaurants auch um die 15 Euro bezahlt. Ich hatte das Preisniveau ehrlich gesagt etwas niedriger eingeschätzt.

Deshalb habe ich nach den ersten Tagen öfter in meiner Unterkunft Mahlzeiten zubereitet.

Eine besondere Herausforderung stellte für mich der Einkauf im Supermarkt dar. Wenn man kein Hebräisch kann, ist es teilweise schwer zu erkennen, was überhaupt in den Packungen enthalten ist. Ganz abgesehen davon kann man natürlich keine Zutatenlisten lesen um herauszufinden, ob ein Produkt vegan ist. Sehr selten stehen die Zutaten auch auf Englisch auf den Produkten.

Ich habe mich daher auf Grundnahrungsmittel beschränkt. Anhand der Verpackungen konnte ich Haferflocken und Mandelmilch ausfindig machen, aus denen ich mir in den folgenden Tagen zum Frühstück Haferbrei gekocht habe. Dazu gab es noch Obst und Nüsse vom Markt.

Jerusalem - Einkauf

Frühstück

Eine kleine Hilfe beim Einkaufen gibt es aber doch – manche Produkte sind mit einem Vegan-Logo gekennzeichnet (hier z.B. Hummus).

Vegan-Logo

Ausblick

In den nächsten Wochen werde ich über meine Erfahrungen mit veganem Essen in Tel Aviv und Jerusalem berichten und dir zeigen, wo und was ich konkret gegessen habe. Mir hat es übrigens überall sehr gut geschmeckt, sodass ich nur Positives zu berichten habe.

Jerusalem - Grabeskirche

Warst du schon einmal in Israel? Welche veganen Gerichte sind dir in positiver Erinnerung geblieben? Hast du evtl. auch schlechte Erfahrungen gemacht? Hinterlasse gerne einen Kommentar.

1 Kommentare

  1. Israel steht bei mir auch ganz oben auf der Bucket List, ich bin gespannt auf deine weiteren Berichte und Tipps

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