Vegan in Tel Aviv

Tel Aviv vegan

Tel Aviv wurde erst 1909 gegründet und ist eine entsprechend moderne Stadt. Es gibt viel funktionale Bauhausarchitektur und gläserne Hochhäuser, aber auch gemütlichere Stadtviertel wie z.B. Neve Tzedek mit Häusern aus der Gründungszeit Tel Avivs. Das Highlight aber ist der kilometerlange, feinsandige Strand. Am Sabbat ist der Strand brechend voll, die Stadt selbst dafür umso leerer.

Tel Aviv - Rothschild Boulevard

Ansonsten ist Tel Aviv sehr entspannt – und für meinen Geschmack recht langweilig. Es gibt keine echten Sehenswürdigkeiten und außer in Jaffa keine Altstadt. Und die konnte mich auch nicht beeindrucken. In Tel Aviv kannst du Baden, die Sonne genießen, lecker Essen und die verschiedenen Stadtviertel zu Fuß erkunden. Zudem ist Tel Aviv für sein Nachtleben bekannt (habe ich nicht ausprobiert). Wenn dir das nicht reicht, findest du vielleicht noch ein paar Museen, aber das war es dann auch. Nach 2 Tagen hat man in Tel Aviv eigentlich alles gesehen.

Tel Aviv - Architektur

Was erwartet dich als Veganer/in in Tel Aviv?

Tel Aviv mag kaum Sehenswertes haben, dafür bietet dir die Stadt aber nahezu unbegrenzte vegane Angebote. Happy Cow listet rund 200 vegane, vegetarische und veggiefreundliche Restaurants, Cafés und andere Orte für „Tel Aviv-Yafo, Israel“, je nach dem, welchen Umkreis du auswählst. Lediglich am Sabbat sind viele Restaurants und Cafés geschlossen, sodass es dann etwas schwieriger werden kann, etwas zu essen zu finden. Im Vergleich zu Jerusalem hast du aber in Tel Aviv auch am Sabbat noch viel Auswahl. Noch nie fiel es mir so schwer, mich zwischen den vielen Angeboten zu entscheiden. Am Ende habe ich mich aufgrund des hohen Preisniveaus in Israel eher für günstige Optionen und Streetfood entschieden.

Landwer Café

Landwer Café ist eine Franchising-Kette, die einige Filialen in Tel Aviv aber auch in anderen Städten Israels hat. In Tel Aviv habe ich die Filialen am Rothschild Boulevard und am alten Hafen besucht. Es gibt einige vegane Gerichte auf der Karte, die auch als solche gekennzeichnet sind. Von Frühstück über Süßspeisen bis hin zu herzhaften Gerichten kannst du hier alles bekommen. Zudem gibt es hervorragenden Kaffee, natürlich auch mit Soja- oder Mandelmilch.

Das vegane Frühstück ist riesig! Ich esse morgens gerne viel, habe es aber kaum geschafft. Zum Frühstück gehören ein Rote-Linsen-Omelette, diverse Salate, Dips/Aufstriche und Sojajoghurt mit Beeren. Zudem sind 2 Getränke nach Wahl im Preis inkludiert. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob der Halva-Aufstrich evtl. Honig enthalten hat. Ich habe nicht nachgefragt, ihn aber auch nicht ganz aufgegessen.

Frühstück im Landwer Cafe

Frühstück im Landwer Cafe

Nachmittags habe ich Rozalach Lotus probiert, im Prinzip handelt es sich dabei um Hefeteigröllchen gefüllt mit Lotus-Aufstrich. Die Portion empfand ich ebenfalls als sehr groß, sodass ich auf ein Abendessen verzichten konnte.

Landwer Cafe - Veganer Latte Macchiato

Landwer Cafe - Rozalach Lotus

Das Preis-Leistungsverhältnis fand ich in Anbetracht der großen Portionen als fair. Das Frühstück kostete knapp 16 €, das Rozalach Lotus etwa 10 €, ein Latte Macchiato mit Mandelmilch ca. 4 €. Die Landwer Cafés sind auch am Sabbat geöffnet.

Tel Aviv - Hochhaus

Hummus Mashawsha

Diesen kleinen Hummus-Laden in der Pinsker Street 40 habe ich aufgrund der guten Bewertungen bei Tripadvisor besucht. Zudem ist der Laden auch am Sabbat geöffnet. Das Hummus mit Bohnen ist sehr gut und das Personal freundlich. Vom Hummus Mashawsha aus ist es nur ein kurzer Weg bis an den Strand (oder umgekehrt). Für das Hummus samt Beilagen und einen frisch gepressten Orangensaft habe ich ca. 10 € bezahlt.

Tel Aviv - Mashawsha Hummus

Meshek Barzilay

Das fast vegane Restaurant befindet sich am Rande des Stadtteils Neve Tzedek in der Ahad Haam Street 6. Ich war zum Frühstücken dort und probierte das vegane Shakshuka mit Tofu, was ziemlich lecker und sehr würzig war. Eigentlich ist Shakshuka ein Gericht aus Eiern in Tomatensoße. Dazu gab es reichlich Brot und einen Aufstrich sowie ein Getränk nach Wahl. Kostenpunkt: etwa 13 €.


Meshek Barzilay - Shakshuka

Tel Aviv

Hummus Abu Hassan

Bei Hummus Abu Hassan in Jaffa (Shivtei Israel 14) soll es mit das leckerste Hummus in Tel Aviv geben. Um die Mittagszeit war so viel los, dass ich keinen Platz mehr bekommen habe und mir Hummus zum Mitnehmen geholt habe. Im Laden ist es recht laut und es geht hektisch zu. Das Hummus zum Mitnehmen kostet je nach Behältergröße um die 5 €. Pro Pitabrot kommen nochmal 25 Cent (1 Schekel) hinzu. Dazu gibt es eine leicht scharfe Soße. Im Vergleich zu anderem Hummus ist dasHummus hier recht fest. Das Hummus war lecker, aber nicht mein Favorit in Israel.
Abu Hassan - Hummus

Sabich Tchernichovsky

Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Falafelladen in der Tchernichovski Street (Nähe Carmel Market). Ich dachte auch zuerst, ich hätte den Laden gefunden und stellte mich in der Reihe an. Irgendwann merkte ich, dass es an diesem Ort gar keine Falafel gab, entschloss mich aber trotzdem zu bleiben und einen Versuch zu starten, was immer es hier zu Essen geben würde. Vegetarisch sah es jedenfalls aus. Als ich schließlich an die Reihe kann, wurde mir erklärt, dass es hier Sabich, also Pitabrot mit Auberginen, Kartoffeln und Salat gibt. Normalerweise käme noch ein Ei rein, aber ohne Ei sei das Sabich vegan.

So habe ich unbeabsichtigt einen weiteren israelischen Streetfood-Klassiker probieren können und kann den Laden nur weiterempfehlen! Sabich ist auf jeden Fall eine leckere Alternative zu Falafeln, wobei ich Falafel noch lieber mag. Ein Sabich kostet ca. 5 €.

Sabich Tchernichovsky

Der Falafelladen, den ich gesucht hatte, war übrigens nur ca. 20 m entfernt (Johnny’s Falafel).

Burikastand auf dem Carmel-Market

Ich habe ganz in der Nähe des Carmel-Market gewohnt. Über Tripadvisor bin ich auf das Burika Center auf dem Carmel Market aufmerksam geworden. Burika ist Kartoffelbrei, der in einem dünnen Teigmantel frittiert wird. Auch hier kommt normalerweise noch ein Ei mit rein, es kann aber problemlos weggelassen werden. Burika kannst du pur auf die Hand oder in einem Pitabrot mit Salat für 4,50 € bekommen. Mir hat es geschmeckt, Burika ist für mich eine weitere empfehlenswerte Alternative zu Falafeln in Pitabrot. Allerdings bin ich 2 mal an dem Burikastand vorbei gelaufen, weil er so klein und unauffällig war. Er befindet sich ungefähr in der Mitte des Marktes.

Tel Aviv - Burika-Stand auf dem Carmel-Market

Tel Aviv - Burika auf dem Carmel-Market

Unbedingt empfehlenswert ist auch ein frischer Granatapfelsaft von einem der vielen Saftstände auf dem Carmel Market!

Tel Aviv - Granatapfelsaft

Tel Aviv - Saftstand auf dem Carmel Market

HaMalabiYa

Malabi ist ein beliebtes Puddingdessert im Nahen Osten, das hauptsächlich aus Milch und Stärke hergestellt wird. Dazu gibt es einen Sirup, z.B. mit Himbeeren oder Granatapfel. Im HaMalabiya in Tel Aviv, Gadera 28, ganz in der Nähe des Carmel Marktes, gibt es veganes Malabi aus Mandelmilch für rund 2,50 €. Du kannst aus verschiedenen Sirups und Toppings wählen. Als Dessert nach einem Besuch auf dem Carmel Market ist das HaMalabiya zu empfehlen.

HaMalabiya hat 2 weitere Filialen in Tel Aviv: am Flohmarkt in Jaffa und an der Ecke Katzenelson und Weizman Street.

Tel Aviv - Veganes Malabi

Vegan am Flughafen Tel Aviv

Bei Gourmet Coffee am Flughafen Tel Aviv habe ich mir vor meinem Rückflug noch ein veganes Sandwich mit „Fleischbällchen“ geholt. Das war auch gut so, denn bei meinem Rückflug mit Lufthansa gab es kein veganes Gericht für mich! Ich habe es direkt bei der Buchung des Flugs mitbestellt, der Fehler lag bei Lufthansa bzw. dem Zulieferer in Tel Aviv. Zum Glück hatte ich meine letzten israelischen Schekel vorher im Duty Free Shop am Flughafen in Datteln und Halva investiert.

Tel Aviv - Gourmet Coffee am Flughafen

Tel Aviv - Veganes Sandwich am Flughafen

Tel Aviv - Einkauf am Flughafen

Fazit

Da ich nur 2,5 Tage in Tel Aviv verbracht habe, konnte ich nur einen kleinen Einblick in die kulinarische Vielfalt erhalten. Ich habe trotzdem versucht, in der kurzen Zeit viele verschiedene Gerichte auszuprobieren und auch Speisen zu testen, die vielleicht nicht überall zu finden sind (z.B. Malabi, Burika). Kulinarisch hat Tel Aviv jedenfalls auch für Veganer/innen viel zu bieten.

In Kürze berichte ich über meine Erfahrungen in Jerusalem. Eins kann ich dir schon verraten – Jerusalem muss sich hinsichtlich des veganen Angebots nicht hinter Tel Aviv verstecken.

Warst du schon einmal in Tel Aviv? Welches Streetfood ist dein Favorit? Welche Restaurants/Cafés haben dir besonders gefallen? Hinterlasse gerne einen Kommentar.

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